Mit Brief und Siegel –

Die Tätigkeit eines Notars in den 50er Jahren

von Margrit Glaser geb. Diehl

Die Bekanntheit und Beliebtheit des Notars Martin Eisenhard erstreckte sich, bzw. reichte weit über Bad Vilbel hinaus in die ländlichen Gemeinden Richtung Vogelsberg.

Wenn eine Gemeinde, oder auch Privatleute, insbesondere Landwirte, Verträge abschließen wollten, oder wenn etwas zu beurkunden war, wurden die Dienste des besagten Notars Eisenhard in Anspruch genommen.

Nachdem ein Termin vereinbart war, fuhr Herr Notar Eisenhard mit seinem Mercedes zum Rathaus oder auch abends zu den Landwirten, welche ja tagsüber ihrer Arbeit auf den Feldern nachgingen. Ich erinnere mich deutlich an das Geschehen im Gronauer Rathaus.

Der Mercedes parkte, Herr Eisenhard stieg auf der rechten Seite, seine Sekretärin auf der linken Auto -Seite aus. Auf beiden Armen trug sie die schwere Schreibmaschine und marschierte hinter dem Notar ins Rathaus. Im Büro platzierte sie die Schreibmaschine auf einem Schreibtisch oder Tisch. Der Notar und sie nahmen dann auf zwei Stühlen Platz, ihnen gegenüber setzte sich der Bürgermeister. Nachdem die Angelegenheit besprochen war, diktierte der Notar dann die Verträge, die seine Sekretärin gleichzeitig in die Maschine tippte.
Bei Privatleuten wurden die Verträge in der „Guten Stube“ getippt.

Nach geleisteten Unterschriften, Stempeln und Beurkundungen trug die Sekretärin die Schreibmaschine zum Auto zurück, nahm auf der Beifahrerseite Platz, der Herr Notar klemmte sich hinter das Steuer und gemeinsam fuhren Beide nach Vad Vilbel zurück.