Plätzchenbacken


Ein verführerischer Duft wies uns den Weg durch den trüben Novembertag. Roch es nicht nach Mandeln, Nüssen, Zimt, ....Plätzchen ???

In Windeseile hatten wir den Hof durchquert, an der alten Linde vorbei, die paar Treppenstufen hoch, durch den langen Flur die Küche erreicht. Unsere feine Nase hatte uns nicht getäuscht, ein trüber Spätherbst -Nachmittag war die idealeZeit zum Plätzchenbacken. Wo heute „November-Blues“ oder „Herbstdepression“ über die Menschen kommt, war früher Gute - Laune - Plätzchenduft.

Sofort hatten wir bereitwillig die, wie immer, etwas angegrauten Hände gewaschen, natürlich nur, wie das bei Buben dieses Alters üblich ist, bis haarscharf zum Handgelenk, man wollte ja nicht unnötig viel Wasser verbrauchen oder Handtücher nass machen.

Schnell hatten wir auch unseren Platz auf der langen Bank am Küchentisch bereitwillig eingenommen.

Etwas oberhalb der Bank stand auf einem Bord der alte Radioapparat und spielte vor sich hin, Hessischer Rundfunk, Tanzorchester unter Leitung von Willy Berking, Big Band Sound.

Oma hantierte noch am Küchenherd, warf ein paar Holzscheite von oben in die Öffnung, schob dann mit dem Schürhaken die eisernen  Ringe wieder an ihren Platz, fühlte schon mal mit der Hand im Backofen, ob denn genügend Hitze vorhanden sei.

Auf dem Tisch war schon das Backbrett vorbereitet, mit Mehl bestäubt, die Zutaten waren bereitgestellt, es konnte losgehen.

Mit etwas Überzeugungskunst konnten wir Oma dazu bringen, uns das Schaumigschlagen der Eier anzuvertrauen. Das ging inzwischen schon ganz gut, denn wann immer Eier zu schlagen oder zu kleppern waren, wir waren zur Stelle, hatten uns angedient und aufgedrängt und so hatten wir schon einige Übung darin.

Alsdann, wenn alle Zutaten in der richtigen Reihenfolge und Menge zusammengefügt waren, konnten wir Oma auch überreden, unter Vorzeigen der bereitwillig gewaschenen Hände, den Teig kneten zu dürfen.

Das geschah ausdauernd und vorsichtshalber nochmal und nochmal, weil dabei merkwürdigerweise immer der eine oder andere Krümel abfiel, den man  natürlich nicht mehr unterkneten konnte, der mußte schon mal roh verzehrt werden.

Auch das Auswalzen mit dem Nudelholz konnte man uns problemlos anvertrauen, das anschließende Ausstechen der Plätzchen mit blechernen Förmchen oder auch sehr gerne mit dem Rand eines Schnapsgläschens oder eines Wasserglases war eine Arbeit, wie geschaffen für uns.

Sehr gerne dekorierten wir auch die Hasel-Makronen-Häufchen mit einer  Haselnuss, Mandelplätzchen mit einer Mandel, mit bunten Liebesperlen konnten wir ebenso umgehen wie mit gefärbtem Zuckerguss.

Waren die Plätzchen dann endlich im Backofen und dufteten schon verführerisch, war genügend Zeit, alle paar Minuten nachzufragen, ob sie denn nun endlich fertig seien.

Kurzum, Plätzchenbacken war ein reines Vergnügen !

Damals, in der Nachkriegszeit, mit der vorherrschenden Knappheit an allen Dingen, gab es sehr sparsame Rezepte, die einfach zu Backen und trotz allen Mangels, oder vielleicht gerade darum, sehr köstlich waren.

Einige der alten, von meiner Oma mit der Schreibmaschine getippten und erhalten gebliebenen Rezepte bilden wir hier ab - Ausprobieren ! Guten Appetit !

Frankfurter Bethmännchen


100 g ganze Mandeln

100 g Mandeln gemahlen

200 g Marzipanrohmasse
1 EL Rosenwasser, ( aus der Apotheke oder Reformhaus )
100 g Puderzucker
1 Ei
50 g Mehl
1 Eigelb, zum Bepinseln


100 g Mandeln mit kochend heißem Wasser überbrühen und 3 Minuten oder mehr ziehen lassen. Danach die Mandelkerne aus den Häuten drücken und  trocknen und halbieren.

Die Marzipan-Rohmasse  zerbröseln und  das Rosenwasser,den  Puderzucker, ein Ei, die gemahlenen Mandeln und Mehl gründlich untermengen. Aus der Marzipanmasse walnussgroße Kugeln formen. Jeweils 3 Mandelhälften mit den Spitzen nach oben seitlich in die Teigkugeln drücken. Die Bethmännchen mit dem verquirltem Eigelb (1 Teelöffel Rosenwasser dazugeben) bestreichen und auf einem gefetteten Blech auf der mittleren Schiene des auf 175 Grad vorgeheizten Ofens ( Gas Stufe 2 ) in 15 Minuten goldgelb backen.


Kokosplätzchen

Kokos - Plätzchen

 

2 Eier

250 g      Zucker                                   zusammen schlagen

 

etwas     Zimt

250 g      Haferflocken

250 g      Kokos-Raspeln                    untermischen

250 g      Mehl                                      ausrollen

1 Tasse Milch                                     ausstechen

½            Backpulver                           und backen

70 g        Butte







Schokoladini, Palminschnitten oder auch „Heinerle“

 

200 g Palmin

250 g Zucker ( kleiner Tip, Puderzucker löst sich besser auf,wer es weniger süß mag, kann die Zuckermenge reduzieren.)

125 g Blockschokolade

4 Eier

1 Pkg.Vanillezucker

2 Pkg.große eckige Oblaten

 

Zubereitung:

Palmin im Wasserbad schmelzen , Zucker unter ständigem Rühren zufügen, Vanillzucker, Schokoladestücke  einrühren.Vom Herd nehmen und die Eier verquirlen und langsam einrühren.
Erkalten lassen.
Man macht am Besten eine „Form“ in Größe der Oblate aus einer Alufolie. Zuerst eine Oblate hineinlegen.Die abgekühlte Masse Lagenweise auf die Oblaten streichen: Oblate bestreichen, Creme darauf streichen und mit einer Oblate abdecken etc. Es sollten jeweils maximal 5 Oblaten verarbeitet werden, wenn noch etwas von der Masse übrig ist, auf die nächste Oblatenpackung ausweichen.
  
In den Kühlschrank stellen ( Zeitung darunter! ) und leicht beschweren, damit die Masse gleichmäßig erstarren kann. 
Für ca 3 Stunden, besser länger,  im Kühlschrank lassen und dann mit sehr scharfem Messer in Rauten schneiden.


 

Mandelhäufchen

 

200 g      Butter

2              Eier                                                                                       schaumig rühren

250 g      Zucker

 

250 g      Mehl

150 g      Haferflocken

200 g      Mandeln, Nüsse, oder Kokos - Raspeln                        untermengen

1 Tl.        Backpulver

Häufchen auf ein gefettetes Backblech setzen und bei mittlerer Hitze backen

 

Zimtsterne

2              Eiweiß    zu Schnee schlagen

200 g      Zucker   dazugeben und  schaumig rühren

20 g        Mandeln

10 g        Butter

15 g        Mehl

unterziehen, ausrollen, ausstechen

bei mäßiger Hitze backen

 

 

Pfeffernüsse

 

4              Eier

400 g      Zucker                  schaumig schlagen

500 g      Mehl

20 g        Butter                    dazugeben und gut durcharbeiten

Nelken, Zimt, Kardamom

Von dem Teig Kugeln formen, auf ein gefettetes Blech setzen und backen

 

 

Keks

 

60 g Butter

250 g Zucker

300 g Mehl

100 g Maizena

1 Ei

Vanillezucker

1 Päckchen Backpulver

Milch oder Sahne

 

Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, ausrollen, ausstechen und lichtbraun backen


Haferflocken - Spritzgebackenes

80 g        Fett

100 g      Zucker

1/8 l        Milch

1 Teel.    Zimt

1 Eßl.      Kakao

100 g      Mehl

200 g      gewiegte Haferflocken

1              Backpulver

Zubereitung

Fett und Zucker werden schaumig gerührt, dann gibt man die anderen Zutaten, abwechselnd mit der Milch, langsam dazu.

Den Teig spritzt man auf ein gefettetes Blech und formt Ringe daraus.

Man backt bei guter Hitze ungefähr 30 Minuten.

 

Man kann auch mit dem Teelöffel kleine Häufchen auf ein gefettetes Blech setzen.

 

 

Weihnachtsplätzchen ohne Fett

(kann man auch zu Ostern essen)

3              Eier

500 g      Zucker

1              Vanillezucker

1              Backpulver

etwas     Milch

und soviel Mehl wie es annimmt.

Es muß dick vom Teelöffel heruntergehen (und gut zu schlecken sein).