Bad Vilbel schlägt neue Brücke über die Nidda
Gronauer Brücke fertig gestellt und für Verkehr freigegeben

Bei der alten Niddabrücke in der Verlängerung des Stockwiesenwegs in Gronau wurden im Rahmen einer Bauwerksprüfung gravierende bauliche Schäden festgestellt, die eine gefahrfreie Nutzung der Brücke nicht mehr möglich machten. Eine Sanierung der alten Brücke war aus bautechnischen und vor allem aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu vertreten, stellte der städtische Fachdienst Tiefbau / Abwasser fest. Mit einer Nutzlast von nur noch 2 t und einer zulässigen Durchfahrtsbreite von 2,30 m genügte die Brücke den heutigen Ansprüchen – gerade auch dem landwirtschaftlichen Verkehr – nicht mehr. Aus diesem Grund wurde die alte Brücke, unweit der der Mündung der Nidder in die Nidda, aus den 60er Jahren abgerissen. Nach einer gut halbjährigen Bauzeit konnte nun das neue Brückenbauwerk zur Domäne Gronauer Hof für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden. „Wir freuen uns, dass so zügig und fachmännisch der neue Brückenschlag für Gronau geleistet werden konnte“, sagte Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr bei der Freigabe des Bauwerks.

„Zur Förderung der Verkehrsinfrastruktur zum Ausbau des Radwegenetzes hat die Stadt Bad Vilbel vom Land Hessen eine Zuwendung für den Neubau in Höhe von 205.300 Euro erhalten. Mit dieser Summe übernimmt das Land Hessen einen erheblichen Teil der Kosten für den benötigten Neubau“, so Landtagsabgeordneter Tobias Utter. Die Stadt Bad Vilbel selbst hatte die restlichen Eigenmittel in Höhe von rund 300.000 Euro für Planung und Bau zur Verfügung gestellt.

Mit einer Brückennutzlast von nun 30 t kann wieder gefahrfrei die Nidda überfahren werden. „Der landwirtschaftliche Verkehr und die Bewohner der Domäne Gronauer Hof sind auf das neue Brückenbauwerk angewiesen. Und auch die zahlreichen Radfahrer und Fußgänger, die den Weg entlang der Nidda für Ausflüge nutzen, können sich über die nun erfolgte Fertigstellung freuen“, meinen Gronaus Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer und sein Stellvertreter Ottmar Dauterich unisono.

Um einem möglichen Schleichverkehr vom Stockwiesenweg über die neue Brücke in Richtung Golfplatz Dortelweil vorzubeugen, wird diesem im Anschluss an den Gronauer Hof auf dem Privatweg buchstäblich ein Riegel vorgeschoben.



Niddabrücke zum Gronauer Hof wird  neu gebaut

Arbeiten begannen Anfang April

 

Von Hansfried Münchberg

Ich erinnere mich noch gut an die alte Gronauer – Hof Brücke, also die Brücke aus meinen Kindertagen, die, die die Nidda überbrückte, bevor die bald abgerissene Brücke gebaut wurde.


So etwa sah die Brücke über die Bach vor dem Neubau in den 60er Jahren aus

Sie bestand im wesentlichen aus sehr grob behauenen Holzbalken, die nur lose aneinandergefügt waren.  Zwischen den einzelnen Balken waren Zwischenräume, in die leicht ein kleiner Kinderfuß gepasst hätte. Wenn die Bauern mit ihren Leiterwagen darüber fuhren, kamen die Balken ganz schön in Bewegung. Es klapperte und holperte, daß man es fast bis ins Dorf hinein hören konnte.

Sehr zum Leidwesen meiner Großmutter übte diese Brücke eine geradezu magische Anziehungskraft auf uns Buben aus. Es gab dort allerlei zu spielen und zu bestaunen. Ich meine, mich erinnern zu können, dass die Brücke auch nicht über ein nennenswertes Geländer verfügte, jedenfalls über keines, welches irgendwie kindgerecht gewesen wäre. Nun, die Sorgen meiner Oma waren umsonst, uns ist dort nie etwas passiert.

   Foto: Chr. Heinrich


Irgendwann, Anfang der 60er Jahre wurde die Brücke abgerissen und eine neue Beton-Brücke wurde gebaut, die der Gemeinde 1963 übergeben wurde. Diese ist nun schon bald wieder Geschichte.

Dieser Tage würde die „alte“  Niddabrücke die Gronau mit dem Gronauer Hof verbindet 50 Jahre alt. Sie wird ihren 50 Jahrestag nicht mehr überdauern, sie war  in den letzten Jahren doch sehr marode geworden. Eine Überprüfung im Jahr 2009 hatte gravierende Mängel festgestellt.

Der landwirtschaftliche Verkehr zum nahe gelegenen Gronauer Hof, dessen Hauptverbindung die Niddabrücke ist und auch andere Traktoren und Nutzfahrzeuge waren zu schwer geworden für das Bauwerk. Landwirte wie auch private Fahrzeuge, Spaziergänger und Radfahrer.  müssen sich von kommender Woche an einen anderen Weg suchen. Am Dienstag, 2. April begann der Abriss der Brücke.

 

Der Bau der neuen Brücke aus vorgefertigten Systemteilen wird  voraussichtlich ein halbes Jahr, also bis Ende  September dauern. In dieser Zeit wird keine Behelfsbrücke eingerichtet, der Gronauer Hof ist während der Bauphasenur über  Dortelweil zu erreichen.

Radfahrer und Fußgänger werden gebeten, auf die Beschilderung zu achten und sich nur auf den vorgesehenen Wegen fortzubewegen. Der Nidda-Radweg ist weiter uneingeschränkt nutzbar.

Die neue Brücke wird eine Brückennutzlast von etwa 30 Tonnen haben – die alte hätte gerade noch zwei Tonnen getragen. Etwa eine halbe Million Euro kosten Abriss und Neubau der Brücke.

205300 Euro schießt das Land „zur Förderung der Verkehrsinfrastruktur zum Ausbau des Radwegenetzes“ zu. Die restlichen knapp 300000 Euro übernimmt die Stadt Bad Vilbel