Gronau in der Neuzeit 1500 bis 1900


von Hansfried Münchberg

Seit der Reformation sind die geschichtlichen Umwälzungen und das Geschehen in Gronau durch zahlreiche Urkunden dokumentiert.

Der Gronauer und Bad Vilbeler Chronist Willi Giegerich hat eine Reihe solcher Zeugnisse zusammengetragen, hier werden Einige auszugweise aufgeführt.

Der Bauernkrieg der 1525 ausbrach, führte im Gericht Bornheimer Berg, zu dem Gronau gehörte, zu Revolten der Bauern. Diese forderten die Abschaffung des Gerichtsgeldes, des Eiergeldes, des kleinen Zehnten (auf Lämmer, Kälber, Ferkel und Hühner) außerdem forderten sie die Abschaffung der Weinschankgebühren sowie die Freiheit für Wasser und Weide. Pech für die Bauern, der Bauernkrieg ging verloren und so mußten sie weiter blechen.

Im Rechnungsjahr 1566/67 mußte der „Zentgraf Beckel" vierzehnmal zu Ross oder zu Fuß nach Hanau, um mit den Behörden zu verhandeln.
1569/70 wur-de der „Gemeine Wald" vermessen und „abgesteint" (Grenzsteine gesetzt).
1574/75 wird ein neues Backhaus von der Gemeinde erstellt.

Der Dreißigjährige Krieg 1618-48 brachte dem Ort ebenso wie den umliegen-den Dörfern schwere Heimsuchungen und Drangsale, über die Hälfte des Dorfes wurde niedergebrannt und zerstört.
Zwei Mal -1623-24 und 1642 - wurde die große Hospital-Hofreite durch Brand vernichtet.
Weiterhin wird berichtet „Noch am 10. Februar 1647, vor dem Ende dieses schrecklichen Krieges, wurde „dass gantze dorff Grunaw undt damit das pfarrhaus abgebrandt".
Als Folge des Krieges wütete 1632, 1637 und 1667 die Pest in Qronau, sie forderte viele Todesopfer.

Nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges war bei beiden Konfessionen eine gesteigerte Frömmigkeit zu verzeichnen. Trotzdem konnte dadurch nicht der verbreitete Teufelsglauben und Hexenwahn gemäßigt werden. Ein dunkler Fleck in der Geschichte der Wetterau sind die ab Mitte des 17. Jahrhunderts einsetzenden Hexenverfolgungen die bis ins 18 Jahrhundert andauerten.

Fast das ganze 18. Jahrhundert mußte die Wetterau unter den Belästigungen durchziehender Soldaten leiden. Dazu kam im Jahre 1727 ein größeres Brandunglück im Dorf, die Gemeinde Vilbel übergab damals Gronau eine Geldsumme zur Behebung der erlittenen Brandschäden.

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) stand Hessen auf der Seite von Preußen; fast während der ganzen Dauer des Krieges war das Hanauer Land von Franzosen besetzt. Am Tage der Schlacht bei Bergen am 13. April 1759 wurde auf dem Gronauer Kirchhof „Capitain von Strantze" von der Herzoglich-Braunschweigischen Artillerie begraben, er wurde wenige Stunden vorher bei Bergen durch einen Kanonenschuß getötet.

Nachfolgende Tabelle erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit oder der Vollständigkeit. Ich habe lediglich zusammengetragen, was aus verschiedenen Quellen zugänglich war. Darunter maßgeblich „Bad Vilbel" von Willi Giegerich, Stadtarchiv Bad Vilbel, Maria Hoch Gronau (1962 /63, aus Akten der Gemeinde Gronau) Bad Vilbeler Heimatblätter verschiedene Ausgaben, 1200 Jahre Gronau Festschrift, www.wikipedia.de.