Zeitgeschichte

 Gronau 1954 - 1960




 Aus dem regen Leben der Kirchengemeinde berichte Pfarrer Broscheit:
Am 13. Juli 1954 einem Dienstag, fuhr der Frauenkreis um 9 Uhr mit dem Omnibus von Herrn Reichert, Kilianstädten durch den Taunus ( Königstein - Rettershof - Idstein- Bad Schwalbach - Singhofen - St. Goarshausen - Loreley - Asmannshausen - Niederwalddenkmal - Rüdesheim - Wiesbaden - Hochheim am Main - Frankfurt - Gronau ) an den Rhein und Main.
Es waren 3 Männer und 37 Frauen.
Die Reise war für uns alle eine angenehme Unterbrechung des Alltags.



Frau Broscheit, die Pfarrersfrau wie sie viele Gronauer kennen, 1954 
 

Immer wieder waren Reparaturen an der Kirche und dem Pfarrhaus durchzuführen. So berichtet Pfarrer Broscheit :Im September 1954 wurde nun auch die Nordseite des Pfarrhauses umgedeckt und erneuert. Ebenso wurde die Waschküche im Hofgebäude erneuert und der Schornstein neu errichtet. Alles war da am einstürzen. Der Schornstein wegen Brandgefahr unbenutzbar.
Auch in diesem Frühjahr haben wir einige Bäume gepflanzt: Die Birke am Eingang zum Pfarrhof am Haus und zwei Pfirsichbäume im Garten; im Garten am Haus einen Wallnussbaum und hinten an der Jauchegrube einen Haselnusstrauch.
 
Um die schadhaften Stellen der Kirche zu finanzieren, mußte Pfarrer Broscheit sich Einiges einfallen lassen, so berichtet er: Anfang Oktober sammelte ich von Haus zu Haus für die Erneuerung der Kirchenfenster, die zum Teil sehr schadhaft geworden sind, einige sind durch die letzten Stürme herausgefallen.
Für das Kirchenzimmer ein Kruzifix angeschafft.
In der Woche vom 7. - 14. November 1954 habe ich um die Kirche 16 Bäume gepflanzt, um den Raum um die Kirche lebendig zu gestalten. Mögen sich die Kommenden daran erfreuen.
Ebenso wurden auf dem Pfarrhof die Bäume verschult, damit sie freier und schöner wachsen können.
Zwei weitere Leuchter wurden für die Kirche angeschafft aus den Gaben der Gemeinde, deren Lichte zu den Abendmahlsfeiern angesteckt werden.
Der Frauenkreis sandte in der Adventszeit 9 Pakete in die Ostzone.



Aufführung am 16. Mai 1954 im Saale Wenzel

1955

Die große Reparatur im Inneren des Kirchengebäudes Februar 1955

Pfarrer Broscheit schreibt in seinen Aufzeichnungen: Im September 1954 begann ich wieder, von Haus zu Haus, von Familie zu Familie zu gehen, um zu den durch Krippenspiel und Gemeindeabend gesparten Geldern einige hundert Mark zu erbitten. Diese Bettelgänge sind mir oft körperlich und seelisch Hart geworden, aber da wir vom Landeskirchenamt keine Hilfe zu erwarten haben, weil die großen Kirchen in den reichen Gemeinden immer zuerst bedacht werden und daher für eine Gemeinde wie Gronau nichts übrig bleibt - sind wir gezwungen, aus eigener schwacher Kraft unsere viel zu große Kirche so gut es eben geht zu erhalten.



Der neugestaltete Altar 1955

Was in den letzten 100 Jahren versäumt wurde, lässt sich in den sechs seit der Währungsreform, also seit 1948, nicht gut machen. Wir konnten daher mit unseren 900 Mark zunächst nur die  fünf großen Einsturzstellen der Decke reparieren und bis zum Gesims die gesamte obere Kirche erneuern. Dann wurden die Bänke ausgebaut, der Altar, dessen Umzäunung zusammenbrach, bekam durch Wegnahme dieses überflüssigen, vermorschten Zaunes ein neues Aussehen. Außerdem wurden noch die Fensterscheiben erneuert, die Wände und Fensterbänke bis zu den Emporen ausgebessert und gestrichen. So erhielt die Kirche ein sauberes und würdigeres Gesicht.
 
Das Streichen der gesamten Wände hätte noch 1500 DM gekostet und das Ausmalen der Einrichtung soll 3500 DM  kosten, Summen, die wir einfach nicht aufbringen können. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahren, für den Kokosläufer im Gang  und um den Altartisch zu sparen.
 
Auch das Dach ist durch den großen Sturm im Januar 55 wieder schadhaft geworden und muß bald gemacht werden. Die Arbeiten wurden ausgeführt vom  15.2.55 - 15.3.55

 

Auch 1955 standen in Kirche und Pfarrhaus wieder zahlreiche Arbeiten an. Dazu schreibt Pfarrer Broscheit:
Im Juni 1955 wurden das Amts- und Wohnzimmer unten und der ganze Flur im Pfarrhaus renoviert nach 45 Jahren ! Unser Sohn Horst-Otto legte die beanstandeten elektrischen Leitungen unter Putz, erneuerte eine Zählertafel und beteiligte sich auch sonst an den Instandsetzungsarbeiten. Herr Weisbinder und Ortsdiener Weisenstein machte die Malerarbeiten, der Wagner Gerhard Wenzel die Holzarbeiten. Gesamtkosten ca. 800.—DM, von denen 500.—DM die pol Gemeinde übernahm, die wegen der hohen Schulden (60 000.—DM) ihren Anteil von 750.—DM auf 500.—DM kürzte.
 
Der Herbst 1955 brachte eine sehr gute Ernte bei schönstem Wetter, so machte ich mich denn wieder auf die Sammeltour für einen Läufer im Mittelgang der Kirche Gronau, Fußmatten, zwei Vasen für den Altar und eine Abendmahls-Weinkanne.
Diese Bettelgänge haben neben dem Zweck, die Möglichkeit, in jedes Haus der Gemeinde zu kommen auch ohne den Anlass einer Krankheit oder Amtshandlung. Man gewinnt die Bestätigung aus eigener Anschauung des Bildes, das man sich im Lauf der Jahre von den Familien gemacht hat.

Welch eine innere Armut manchmal. Auf den kleinsten Höfen meistens eingesperrte, halb wahnsinnige Hunde ! Auf den Bauernhöfen liegen die Tiere meist an einer viel zu kurzen Kette. Ich habe den Eindruck, weder in Gronau noch in Niederdorfelden weiß der Mensch, wie er diese Tiere quält.

Sonst herrscht besonders in den Arbeiterhäusern eine erstaunliche Sauberkeit und auch in den Neubauten macht sich ein gewisser Wohlstand bemerkbar, der vom ungeheurem Fleiß der Leute stammt. Vielleicht arbeiten wir Deutsche etwas zuviel. Die wenigsten hier kennen Sonntags- und Feiertagsruhe. Wer an diesen Tagen nicht arbeitet, gilt als auffällige Ausnahme; „er hat es nicht nötig"!
Der Kirchenbesuch beträgt seit Jahren höchstens 3 %. Oft ist auch nicht ein Ältester in der Kirche. Man muß nun in der einstelligen Zahl denken lernen. Würde meine Frau mir nicht helfen, stände ich in der kirchlichen Arbeit ganz alleine.
 
Am Dienstag nach Totensonntag 1955, also am 22.11. brachte ich in der Friedhofskapelle den aus meiner Heimatgemeinde Hirschfeld stammenden Kruzufixus an. Auf der Rückseite befindet sich ein Schild mit folgender Inschrift: „Dieser Oberammergauer Kruzufixus stammt aus der evgl. Kirche Hirschfeld Kr. Pr. Holland in Ostpreussen. Er hat die Gemeinde am 22.1.1945 beim Verlassen ihrer Heimat begleitet."
 
Als Schlußstück beschafften wir von Stuttgart durch die Hanauer Bibelgesellschaft eine in Saffran künstlerisch gebundene Bibel für den Altar der Kirche in Gronau.
 
Damit haben wir das Kirchengebäude außen und innen soweit es die Mittel erlaubten hergestellt und ausgestattet.
 
Als letzte Pflanzung für viele Jahre haben wir heute, am 22. November 1955  auf dem Pfarrhof 10 Rosen und 36 Tulpen gesetzt und am Pfarrhaus eine Sauerkirsche und im Pfarrgarten an der Bahn 2 Sauerkirschen gepflanzt.

1956

 
Im Jahr 1956 fertigte Herr Gerhard Wenzel einen Fuß für den in der Friedhofskapelle aus der Kirche stammenden 7-armigen Leuchter.
Die Kosten dieser künstlerischen Arbeit trug die pol. Gemeinde nach Rücksprache mit dem Herrn Bürgermeister Theodor Wenzel.
 
Im November 1956 hat Pfarrer Broscheit noch einige Bäume, eine Weide, einen Rotdorn, einen Nussbaum und eine Esche um das Pfarrhaus gepflanzt. Ebenso einen Pfirsich am Haus und einen im Garten. 

1957

 
 Aus dem regen leben der Kirchengemeinde Berichtet Pfarrer Broscheit:
Diesmal fuhren wir am 2. Juni 1957 mit 76 Personen in zwei Omnibussen, Gronauer und Niederdorfelder, nach Würzburg (Residenz), Rotenburg (Dom) und Stuppach (Madonnenbild von Grünwald). In Klingenberg am Main blieben wir von 7 h bis 9 ¾ Uhr und waren um 11 Uhr wieder in Gronau.
Ich hatte mit meiner Frau an der Fahrt teilgenommen, obwohl ich die schwere Krankheit von Ostern noch nicht überwunden habe. Zurückgeblieben ist ein Herzfehler. Seit 1939 keinen Tag Urlaub. Die letzten Jahre ständig zwei Gemeinden versehen, obwohl ich an beiden Beinen und am linken Arm gelähmt bin, das alles war zuviel. Wenn Gott mich leben lässt, werde ich weiter Dienst machen, denn mit der niedrigen Pension kommen wir nicht durch. Das Landeskirchenamt billigt mir keinen anderen Status als den des Pfarrers im Ruhestand zu. Was ist das doch für ein Leben ! Wenn ich nur noch um der Kinder willen einige Jahre durchhalte. -


Ein neuer Ofen für die Kirche und Holzwurmbekämpfung 1957

Für die Kirche konnte ein Ofen angeschafft werden = 1700 DM. Der alte Ofen, ca. 30 Jahre alt, war, weil sich in Gronau niemand findet, der das ordentlich besorgt, nicht mehr zu bedienen. Der Ofen wurde geliefert am 16. Dezember 1957 und am Mittwoch Vormittag, den 18.12.57 von Herrn Kobsch (?) Niederdorfelden aufgestellt. Die Frau des Pfarrers heizt ihn an und auch in den Feiertagen ( Heilig Abend, 2. Feiertag mit Abendmahl und Sylvester, Vorstellung der Konfirmanden, Konfirmation, Karfreitag mit Abendmahl, Ostern, Totensonntag )

 
Die Arbeiten am Dachstuhl, durch die Firma Holzmann Frankfurt wurden noch vor Weihnachten beendet. Holzwurm und Holz...bekämpfung durch Spritzmittel 2500 DM

1958

Erneuerung des Kirchengebäudes

 Pfarrer Broscheit berichtet über die dringend erforderlichen Arbeiten:
Mit Hilfe und ständiger Anteilnahme von Herrn Pfarrer Lutze (?), Mittelbuchen, begannen wir Anfang des Jahres 1958 die Erneuerung des Kirchengebäudes ins Auge zu fassen. Nach monatelangen Verhandlungen ergab sich für den ersten Bauabschnitt folgendes Bild:
Die pol. Gemeinde lehnte jede Beteiligung an dem Vorhaben ab. Wir waren also allein auf die Mittel und Beihilfen der Kirche selber angewiesen.
Kirchenkreiskasse 1956            500 DM  (d. Herrn Pfarrer Lutze)
Gabengroschen des Kirchenkreises 1957  2000 DM
Baufond eigene Gemeinde 1957    200 DM
Kirchenkreiskollekte 1958            200 DM
Beihilfe des Landeskirchenamtes 1958   3000 DM
Baukollekte eigene Gemeinde 1958     100 DM
 
Die Entwürfe und Anschläge machte Herr Architekt Bange, Hanau
 
Am Dienstag, den 10. Mai 1958, räumte ich den Altartisch aus von den dort befindlichen Geräten, Akten und Büchern, schob ihn vom Podest herunter und am Nachmittag hat dann der aus Ostpreussen stammende Schreiner Kummetat mit einem Lastwagen-Heber den sehr schweren Podest gehoben, Balken und Platte eingeschnitten, sodass wir ihn auf einer Rolle an dem Emporenständer vorbei nach rückwärts schieben konnten.
Ich kratzte und fegte den in 250 Jahren abgelagerten Dreck und Müll vor, säuberte die Platten und Herr Kummetat legte hinter der Säule den Belag und erneuerte die Seitenlatten.
 

Römische Funde in Gronau

Gegen Abend kamen drei Herren vom Geschichtsverein aus Hanau zusammen mit einigen wichtigen Persönlichkeiten des Ortes sahen sie sich die Fundamente und Pflasterungen eines römischen Gutes an, die beim Ausschachten des Umlauf`schen Hauses rechts vor den Bahngleisen an der Vilbelerstraße freigelegt waren. Pfarrer Broscheit  übergab ihnen auch die Teile eines römischen Kochgefäßes , das mir Herr Umlauf gefunden hatte.

Neugestaltung des Altar - Raums

Pfarrer Broscheit berichtet von Arbeiten an und in der Kirche: Am Mittwoch nahm ich den Kruzifixus in der Kirche ab, reinigte den Korpus vom Staub, befestigte dann das Kreuz wie mit Landeskirchenbaurat Maurer besprochen  tiefer über dem Altartisch brachte dann den Korpus mit einiger Mühe und grösster Vorsicht wieder am Kreuz an. Heute, am Donnerstag, den 12 Mai 1958 besserte ich die schadhaften Stellen des Korpus mit schwarzer Farbe aus. Auf dem Altartisch steht jetzt unter dem Kruzifix zwischen den 4 Leuchtern der 300 Jahre alte  Kelch der Gemeinde. Meister Reul in Windecken erneuerte den Einband der Altarbibel aus dem Jahre 1720. Ebenso bindet er das älteste Kirchenbuch neu ein.
Heute, am 18. Juli 1958 wurde von Herrn Sattlermeister Hammel die Altar - Erhöhung  neu mit Linoleum belegt und eine Messingschiene herumgeführt. In der Farbe passt sich der Belag der des Gestühls, also hellgrau, an. Dazu kam ein Kokosläufer vor den Altartisch und zwei alte Kirchenstühle wurden in rötlicher Farbe gepolstert für die Hochzeitspaare bei Trauungen.
In den nächsten Tagen soll die Kanzel einen neuen, schwarzen , Bezug erhalten. Damit wären die ersten Arbeiten in der Kirche begonnen. Wann Fenster und Reparatur des Chorgestühls folgen, bleibt abzuwarten. Für den ersten Bauabschnitt sind 6000 DM in Aussicht, aber ich lasse nicht vorher anfangen, bis die Mittel bereit gestellt sind. -
 
Heute, am 18.7.1958 erhielt das Pfarramt nach 10 Jahren wieder Telefon mit der Rufnummer Bad Vilbel 2904. Anschlussmöglichkeiten befinden sich im Amtszimmer und im Flur, wo auch ein zweites Läutzeichen angebracht wurde.
Alle diese kleinen Gemeinden brauchen nur eine Kirche: Ober-,  Niederdorfelden und Gronau. Ein großer Aufwand für unzureichende Mittel. Die Gemeinden wollen jede ihre Kirche, aber dann kümmert sich keiner darum.

 Im Dezember 1958 wurden alle Kirchenfenster in ursprünglicher Bleiverglasung erneuert....Der Elektriker Horst-Otto Broscheit ....brachte die Beleuchtung für ein Altartransparent in der Gronauer Kirche an, das noch aus Ostpreussen von Hirschfeld stammte. Vor die Haupteingangstür und die unbenutzte Seitentür wurden im November 58 von Meister Heinrich Hammel Friesvorhänge geliefert und mit unserem Glöckner, Herrn Schwarzhaupt am Sonnabend vor Totenfest, am 22.11.1958 angebracht.
 

1959

Kreiskirchentag in Gronau

Am 20.  Januar 1959 fand der Kreiskirchentag des Kirchenkreises Hanau-Land statt. 
Pfarrer Broscheit berichtet: ..... mit einem Gottesdienst um 8 ½ in der Kirche, dieser armen, verkommenen, in allen Teilen verfallenden Kirche vor den Toren Frankfurts, um die sich niemand kümmert und für die niemand Geld übrig hat. Wir sind zwar keine tote Gemeinde, von Toten kann man auch keine Steuern erheben ! - aber wir sind eine sterbende Gemeinde, die man abgeschrieben hat. Wie sollte es auch anders sein. Kassel ist weit und hat andere Sorgen.- Wir Bedeutungslosen, wir zählen nicht - Warum auch ? Und nun dieser Kirchentag mit Oberlandeskirchenrat und Propst und Dekan und Geistlichkeit und Synodalen - nur um einen Sterbenden zu sehen ? Und dann so zu tun als sei nichts gewesen ? Wozu ?
Eine Kirchenfahne haben wir auch noch beschafft und ein Pult, das wir dann als Bibelpult in der Kirche und eines im Gemeindezimmer benutzen. Ebenso für das Gemeindezimmer einen Ausschnitt aus der Kreuzigung des Isenheimer Altars von Grünewald darstellend die Mutter Jesu, gestützt vom Jünger Johannes. Gerahmt wurde das original große Bild von Buchbindermeister ..... ( unleserlich )
 

Von den Renovierungsarbeiten an der Kirche berichtet Horst Broscheit: 
Die neuen Kirchenfenster wurden in der letzten Januarwoche und den ersten Februarwochen 1959 eingesetzt.
In alter Form, nur mit dickem Glas und mit einer Kittschicht unter den Bleifassungen.
Bauleitender Architekt Herr Werner Bange aus Hanau, Hochstädter Landstraße 54. Ausführende Firma H. Weissenrieder aus Offenbach, Waldstr. 42.
Gesamtkosten sollen 3000 DM betragen.
Wir haben ca. 4000 DM auf dem Bankkonto.
 


Gespendeter Kirchenboden

Die Erneuerungsarbeiten in der Kirche Gronau gehen weiter. Der Chorraum wird neu gestaltet. Das alte Gestühl vom Ofen bis zur Treppe zur Orgelempore wurde herausgenommen, der Boden mit Kies aufgefüllt, der Zementestrich gemacht in den dann die Rot-Sandstein-Platten gelegt wurden, mit rotem Zement verfugt. Die Platten wurden von Krögers aus der Bahnhofswirtschaft geschenkt. Das war ein großes Geschenk für die Kirche, weil sie sonst von Miltenberg hätten geholt werden müssen. 
 
Pfarrer Broscheit berichtet:Die Nordtür wurde von Meister Kummetat anstelle der Südtür eingesetzt und aus der vermauerten Nische ein Schrank für das Tragkreuz und Geräte hergestellt. Der Windfang der Südtür wurde abgenommen und der Vorhang innen verlängert. Beide Türschwellen wurden von Meister Kotsch (?) erhöht, der auch die anderen Maurerarbeiten ausführt.
 
Nun soll von Gerhard Wenzel, unserem Nachbarn, die Turmtür ganz neu gemacht werden, während Meister Kummetat ( ein Ostpreusse) soll das sogenannte Konfirmandengestühl am Ofen, das unerträglich unbequem ist, neu gemacht werden und  zwar entsprechend der anderen Seite an der Kanzel.
Ebenso soll die Kanzeltreppe, die sehr abgetreten ist, ausgebessert werden.

 

Ausflug nach Wetzlar, Limburg ...

Fahrt mit den Gronauern und Niederdorfeldern in zwei Bussen von Herrn Reichert, Kilianstädten nach Wetzlar, Braunfels, Weilburg, Limburg, Nassau bis Bad Ems. Von da über Nassau, Singhofen, Bad Schwalbach, Wiesbaden nach Eschborn zum Abendbrot. 
Um 7 Uhr Abfahrt, 8 ½ in Wetzlar: Dombesichtigung und Weilburg im Lahntal Mittagessen. Inzwischen in Braunfels, Besichtigung des Schloß. In Bad Ems waren wir um 3 ½ Uhr und blieben dort bis 18 Uhr.
 
 

Das Lutherbild in der Kirche Gronau

 
1719 
 
Das im Jahre 1719 von einem unbekannten Maler in der Kirche von Gronau über dem Pfarrstuhl (Sakristei) angebrachte Lutherbild wurde im Mai 1959 von den beiden Buchbindermeistern, Herrn Franz Reul und seinem Enkel, Herrn Schmidt, restauriert, schwarz unterlegt und gerahmt und die Rückseite mit Holz unterlegt.
Sie wird am 1. Pfingsttage, am 17. Mai 1959 in dem renovierten Chor an der Wand hinter dem Altar angebracht.
 

1960 - Die fertig renovierte Kirche

 
Pfarrer Broscheit schreibt in seinen Aufzeichnungen: 
Die Kirchentür am Haupteingang zu der Westseite wurde im März 1960 vom Wagner Gerhard Wenzel nach der Zeichnung von Herrn Architekt Werner Bange, Hanau, angefertigt und eingesetzt.
Heute, am 17.3.1960 wurden die Läden an den Küchenfenstern nach 50 Jahren neu angeschlagen. Inzwischen sind die Fenster völlig unbrauchbar geworden und müssen bald neu gemacht werden.
Ebenso wurden die Schlösser und Beschläge an der Kirchentür  eingesetzt, von Herrn Gerhard Wenzel, unserem Nachbar, während die Läden unser Kirchendiener und Kirchenvorstandsmitglied Jean Schwarzhaupt mit großer Mühe und Gewissenhaftigkeit anschlug.


Anfang April 1960 brachte Herr Architekt Bange aus Hanau die zwei Leuchter für den Altar der Kirche, die von dem Künstlerehepaar Hinder (?), aus Rohrbach im Odenwald, aus Ton, für die Gronauer Kirche (angefertigt wurden). In kleinerer Form hatten wir sie in Hanau in der Keramikausstellung im Haus des Handwerks mit Herrn Pitz gesehen (130.—DM)

Auch das Fenster der Haupttür wurde von Herrn Weissenrieder aus Offenbach in Bleiverglasung eingesetzt, sodass die Westtür neu hergestellt ist. (130.—DM)


Der Bauabschnitt für 1960 wurde in den Monaten Mai / Juni 1960, während wir in Lauenburg (?) zur Kur waren , fertig. Kanzeltreppe, Brücke von der Empore zur Orgelempore, drehen der Bänke rechts vom Altar aus gesehen zu diesem hin und Isolierung des Bodens mit neuem Dielenbelag.